Im Jahr 2001 wurde das Kanzleramt in Berlin seiner Bestimmung übergeben. Während die Berliner es als “Waschmaschine” schon in der Bauzeit verspotteten, fand es unter internationalen Architekturexperten großen Anklang. Seit 2005 residiert Angela Merkel im Kanzleramt, direkt gegenüber des Reichstages. Bald muss sie allerdings für einige Wochen ausziehen – denn dass Gebäude bedarf einer dringenden Sanierung.
Fast wäre die kleine Meldung in vielen deutschen Tageszeitungen und im Internet am 18. Januar 2010 untergegangen – kaum einer hat sie wahrgenommen. Da stand doch glatt, dass das gerade einmal neun Jahre alte Kanzleramt schon wieder sanierungsbedürftig sei (Quelle u.a. Welt Online). In einige Büros tropft Wasser, die Tiefgarage ist nicht regensicher, Fenster müssten ausgetauscht werden und sogar Angela Merkel wird für einige Wochen ihr Büro räumen müssen.
So schön die moderne Beton-, Stahl- und Glasarchitektur auch ist… Nach und nach scheinen nicht nur dem Staat, sondern auch vielen Unternehmen ihre modernen Gebäude um die Ohren zu fliegen. Die Frage stellt sich also: Wer ist für so einen Skandal haftbar zu machen? Liegt wirklich nur Baupfusch vor oder haben die Architekten schlicht und einfach vergessen, dass ein Gebäude den Umwelteinflüssen ausgesetzt ist?
250 Millionen Euro hat das Berliner Bundeskanzleramt den Steuerzahler einst gekostet, nun bürdet das riesige Gebäude mit einer Fläche von 12.000 Quadratmetern erneut Kosten auf. Wie hoch diese sein werden, ist nicht bekannt. Die Maßnahmen sollen aber bis ins Jahr 2011 hinein dauern.
Foto: Johannes Michel



19. Januar 2010
Johannes Michel
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