Samsung Galaxy Tab 10.1 – eine Alternative weniger

Samsung_Galaxy_Tab_10-1_620

Es war abzusehen. Nachdem Apple vor dem Düsseldorfer Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen Samsung erreicht hatte und sogar aktuelle Tablet-Computer vom Messestand auf der IFA entfernen ließ, ist die nächste Entscheidung gefallen: Das Galaxy Tab 10.1 darf in Deutschland überhaupt nicht beworben und verkauft werden.

Eines ist Apple auf jeden Fall gelungen: Die Amerikaner haben einen der wichtigsten Konkurrenten in Deutschland vorerst platt gemacht. Das Galaxy Tab 10.1 gilt als DER Gegner für Apples iPad 2 und ist eines der wenigen Tablets, das dem iPad 2 das Wasser reichen kann. Viele Tablet-Interessenten werden sich daher entweder nach einem anderen Android-Tablet umschauen müssen oder doch zu einem iPad 2 greifen.

Spannend ist, dass Apple scheinbar Angst hat, Konkurrenz in diesem wichtigen Markt zu bekommen. Dabei ist das Galaxy Tab 10.1 meiner Meinung nach nicht der Rivale, den Apple fürchten müsste – auch wenn das Technikexperten und viele Medien so sehen. Denn das Tablet kann kaum mehr als das iPad 2, kostet ähnlich viel und lässt Highlights wie einen direkten HDMI-Anschluss oder einen Speicherkarten-Einschub vermissen. Es bleibt abzuwarten, wie Apple auf die Markteinführung anderer Produkte reagiert, etwa die des Sony Tablet S noch in diesem Monat.

Links: Apple iPad, oben Samsung Galaxy Tab 10.1.

Warum aber eigentlich das Verbot? Apple sieht ein Geschmacksmuster verletzt, das sich der Konzern 2004 hat schützen lassen. Die genaue Beschreibung eines solchen Tablets ist in sechs Punkte unterteilt:

(i) ein rechteckiges Produkt mit vier gleichmäßig abgerundeten Ecken
(ii) eine flache, klare Oberfläche, welche die Vorderseite des Produkts bedeckt
(iii) eine sichtbare Metalleinfassung um die flache, klare Oberfläche
(iv) ein Display, das unter der klaren Oberfläche zentriert ist
(v) unter der klaren Oberfläche deutliche, neutral gehaltene Begrenzungen auf allen Seiten des Displays
(vi) farbige Icons innerhalb des Displays, wenn das Produkt eingeschaltet ist

Diese Beschreibung trifft allerdings auf nahezu alle Tablets zu, zumindest in Auszügen. Auch Tablets von Asus, Acer, Sony und vielen weiteren Herstellern verfügen über eine “flache, klare Oberfläche” an der Vorderseite. Unverständlich ist, warum Apple dieses Geschmacksmuster überhaupt schützen lassen konnte – die Beschreibung ist auf jeden Fall sehr allgemein gehalten. Zeit für das Gericht, sich hier der Zeit anzupassen. Das wird aber auf jeden Fall noch dauern: Vor Mitte 2012 ist nicht mit der abschließenden Verhandlung zu rechnen. Bis dahin ist Samsung größtenteils raus aus dem deutschen Tablet-Markt.

Nachdem das HP Touchpad erst einmal gestorben ist, nun also das Galaxy Tab 10.1 (zumindest bei uns in Deutschland). Klar: Importieren kann man es sicher ganz leicht, aber dennoch: Viele Kunden (und vor allem der viel erwähnte “Otto Normalverbraucher”) schrecken vor solchen Initiativen zurück.

Ich bleibe weiter dran, das ultimative Tablet für mich zu finden…

Fotos: Apple, Samsung

Sie können diesen Artikel kommentieren, aber keine Trackbacks senden.

Kommentar verfassen

Powered by WordPress | Designed by: buy backlinks | Thanks to Ventzke & Partner, internet marketing and House Plans
Directory powered by Business Directory Plugin