Sony Ericsson: Immer tiefer in die Krise?

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Das Verschlafen von Trends brachte sie zusammen, nun könnte es sie wieder entzweien. Als 2002 Sony und Ericsson ihre Mobilfunksparten zusammenlegten, trafen zwei nicht mehr profitable Geschäftsbereiche aufeinander. Sony hatte verpasst, Internet-fähige Handy mit GPRS auf den Markt zu bringen und hatte eine viel zu kleine Produktpalette. Ericsson hingegen galt als bieder und hatte höchstens unter Geschäftsleuten noch Rang und Namen.

Zusammen ließ die Wende nicht lange auf sich warten: Mit dem noch von Ericsson entwickelten ersten MMS-Handy T68 und schließlich mit dem T610 gelang die Wende. Noch heute ist Sony Ericsson eine der beliebtesten Handymarken und hat sich vor allem bei jungen Menschen einen guten Ruf erarbeitet.

Ankündigen, verschieben, (absagen?)

Das Jahr 2010 ist für Sony Ericsson bisher aber eher ein PR-Dilemma. Erst kam die Ankündigung, das Xperia X2 komme erst im zweiten Quartal auf den Markt, obwohl es bereits im Spätsommer 2009 angekündigt wurde. Dann die Umsatzzahlen: Das Joint Venture Sony-Ericsson ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 noch tiefer in die Verlustzone gerutscht. Nach eigenen Angaben lag das Minus bei 836 Millionen Euro im Vergleich zu 73 Millionen Euro Verlust im Vorjahr. Die Handy-Verkäufe gingen 2009 um 40 Prozent zurück, der Umsatz lag bei 6,8 Milliarden Euro. Sony Ericsson verkaufte 57,1 Millionen Geräte, 40 Prozent weniger als im Vorjahr. Soweit Chip Online.

Dann war das Xperia X10 (rechts im Bild) dran. Auf dem Android-Gerät ruhen viele Hoffnungen. Nun geistern Meldungen durch das Internet, das Gerät komme noch mit der überholten Version 1.6 und lasse sich nicht auf 2.0 oder 2.1 aktualisieren, da Sony Ericsson zu stark ins System eingreife. Version 2.0 bietet zahlreiche Vorteile, unter anderem ein offenes Bluetooth-Modul, das endlich auch den Datenversand erlaubt.

Schließlich stellte Sony Ericsson mit dem Vivaz noch ein neues Handy vor. Ausgestattet mit dem Betriebssystem Symbian soll es die Fehler des Satio ausbügeln, das sich auf dem Markt bisher nicht durchsetzen konnte. Aber: Sony Ericsson setzt auch beim Vivaz wieder auf die eigentlich nicht mehr zeitgemäßge Symbian-Version S60 5th Edition, die schon auf Geräten von Nokia und Samsung in die Kritik geriet.

Was tun?

Sony Ericsson wirkt hilflos. Liegt es an den Einsparungen des vergangenen Jahres? Ist die PR-Abteilung schneller als die Entwicklung? Klar ist: 2010 müssen konkurrenzfähige Modelle mit Touchscreen kommen – einen Trend, dem Sony Ericsson seit zwei Jahren nur wenig entgegenzusetzen hat. Nur so ist eine Trendwende möglich, zumal auch die Konkurrenz, allen voran HTC und Apple, nicht schläft.

Linktipp: Warum das Satio mit Symbian-System nicht vollends überzeugt, lesen Sie im Testbericht bei Vieraugen Handy.

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