Gottschalk live, Folge 8

Gottschalk Live: Das ist zu wenig!

Vor zwei Wochen startete Thomas Gottschalk sein neues Projekt in der ARD: “Gottschalk Live” heißt die Sendung, die eine Art Late-Night-Show im Vorabend-Programm sein soll. Die erste Folge sahen noch über vier Millionen Zuschauer, zuletzt brachen die Quoten aber auf 1,5 Millionen ein. Und eine Stabilisierung ist nicht abzusehen. Gottschalk holt nicht mehr Zuschauer als die Quotenflops, die vorher den gleichen Sendeplatz belegten. Eine Analyse…

Die Zutaten für eine Late-Night-Show sind klar: Tagesrückblick in humoristischer Art und Weise und Gäste, die etwas Spannendes beizutragen haben. Harald Schmidt könnte hierzu sicherlich mehr sagen – wobei auch er in letzter Zeit unter äußerst schlechten Quoten leidet. Klar ist aber: Das Late-Night-Konzept hat sich abgenutzt. Wegen ein paar humoristischer Einlagen und einem prominenten Gast schaltet heute niemand mehr den Fernseher an.

Promis sind nicht die Quotenbringer, für die sie immer gehalten werden. Auch “Wetten Dass?” machte nicht wegen der Gäste, sondern wegen der Wetten Spaß und war so ein Quotengarant fürs ZDF. Warum müssen nun Thomas Gottschalk und sein Team unbedingt eine Late-Night-Show, ein “Wetten Dass?” ohne Wetten im Vorabendprogramm zeigen? Warum muss überhaupt in jeder Sendung ein Gast eingeladen werden? Behält die Redaktion das  Sendungskonzept bei, werden sich auch weiterhin immer weniger Zuschauer vor dem Fernseher versammeln, da sie genau wissen, was auf sie zukommt.

Wenig Überraschendes, zu viel in zu kurzer Zeit

Der Überraschungseffekt, siehe “Wetten Dass?”, “Deutschland sucht den Superstar”, “Wer wird Millionär” oder “Rach, der Restauranttester” ist gerade, dass es zwar ein festes Konzept gibt, der Zuschauer aber nie weiß, was in der Sendung passieren wird. Und genauso müsste auch Gottschalk seine Sendung angehen. Heute ein prominenter Gast, morgen ein Monolog über ein aktuelles politisches Thema mit Befragung der Facebook-Nutzer, übermorgen Vorstellung eines neuen Internettrends und in der letzten Sendung der Woche am Donnerstag ein “aus dem Leben gegriffener” Gast. Natürlich darf sich der Ablauf dann in der Folgewoche nicht wiederholen – wie wäre es mit Berichten von einer Technikmesse oder der Vorstellung neuer Kinofilme oder “Gottschalk on tour”, der ein Elektroauto ausprobiert? Natürlich könnte die Redaktion auch einfach die zahlreichen Facebook-Nutzer fragen, was sie in der Sendung sehen möchten – das wäre dann echte Social-Media-Einbindung, wie sie eigentlich versprochen war.

Wo bleibt die groß angekündigte Social-Media-Einbindung?

Die Möglichkeiten wären vielfältig. Nicht immer müsste Gottschalk die gesamte Sendung live moderieren, es könnten auch Einspieler (die es übrigens viel zu selten gibt) bereits vorher aufgezeichnet werden – nicht im Studio, sondern an anderen Orten. Und: Die Sendung muss weg vom Durchhetzen zwischen Werbungen und Wetter und darf sich nicht auf einen quasselnden Thomas Gottschalk verlassen. Der ist zwar ihr Zugpferd, wenn er aber nach einigen Wochen seine ganze Wetten-Dass-Prominenz eingeladen hat, dann bleibt die Frage: Was soll jetzt noch kommen?

Weitere Tipps erhalten Thomas Gottschalk und seine Redaktion gerne bei mir. Vor einem halben Jahr hatte ich ein Vorabend-Konzept ausgearbeitet und an die Verantwortlichen der ARD gesendet, unter anderem an den Chefredakteur und die Vorsitzende. Die Antwort: Das sei zu mutig, zu modern und ließe sich in einem öffentlich-rechtlichen Fernsehkanal nicht umsetzen, höchstens in einem der dritten Programme. Vielleicht wäre jetzt die Zeit zum Umsteuern…

Bild: ARD/Philipp Hageni

Bamberg Weihnachten

Berliner Hundstage, Bamberger Rotztage

Zuerst muss ich mich für den zweiten Teil des Titels dieses Blogbeitrags entschuldigen. Aber ich konnte (und wollte) es einfach nicht anders ausdrücken. Denn: Ich bin zwar ein Gegner des ständigen Draufhauens auf die Jugend von heute (früher war’s auch nicht besser), stelle aber mit wachsendem Alter fest: Irgendwas läuft da schief…

Montagmorgen. Ich lese in meiner Tageszeitung und stoße dabei auf einen Beitrag von Hildegard Stausberg. Die Autorin ist diplomatische Korrespondentin von “Die Welt” und schreibt alle zwei Wochen eine Kolumne auf der Meinungsseite der Zeitung. Thema diesmal: “Berliner Hundstage”, nachzulesen hier. Eine kurze Zusammenfassung: Frau Stausberg steigt in Berlin in die S-Bahn, nimmt gegenüber einer älteren Dame Platz und auf einmal bildet sich eine Pfütze unter ihren Füßen. Zitat: Die Frau schräg gegenüber muss wohl meinen fragend erstaunten Blick aufgefangen haben. Sie hebt den Kopf gegen die Wagentür und sagt nur: “Det war’n Hund – eben sind die beede raus.” Ich scheine so entgeistert geschaut zu haben, dass sie noch mal nachlegt: “Na, ick sage Ihnen doch: Det war’n Hund, na so’n janz jroßer. Der junge Mann hat ihn hier einfach so hinpinkeln lassen.”

Wenige Stunden später laufe ich durch die Innenstadt von Bamberg, genieße gerade eine leckere fränkische Bratwurst und schlendere an den Schaufenstern der Geschäfte vorbei. Von hinten überholen mich zwei Jugendliche, vielleicht 17 Jahre alt, während ich gerade wieder in mein Bratwurstbrötchen beiße. Kaum sind sie einen Meter vor mit, dreht sich einer der beiden um, gibt komische Geräusche von sich, spuckt mir vor die Füße und meint gehässig: “Na, schmeckt’s?!?” Eine Frau bekommt das mit, schüttelt den Kopf, ich schweige (was mir aufgrund des gefüllten Mundes in diesem Moment als richtig erschien).

Später denke ich dann für mich selbst: Hätte ich reagieren sollen? Hätte ich es auf eine Konfrontation ankommen lassen sollen? Jeder kennt solche Situationen – im Nachhinein ist man eben immer schlauer.

Hildegard Stausberg schreibt als Fazit am Ende ihres Beitrags: Mich erschreckt, dass die einfachsten Regeln von Anstand und Benimm immer weniger eingehalten werden. Die Hilflosigkeit angesichts der um sich greifenden Verwahrlosung des öffentlichen Raums macht mich traurig – und wütend. Treffender hätte ich es auch nicht ausdrücken können.

Foto: Johannes Michel, Martinskirche in Bamberg

Autobahn

Politik-Denkfehler: Die Autobahn-Maut

Jahrelang wurde sie diskutiert, bald könnte sie kommen: Die Maut auf Autobahnen. Dabei zahlt der deutsche Steuerzahler heute schon mehr, als der Bund für Straßenbau und -Instanthaltung ausgibt. Der zuständige Minister, Peter Ramsauer, in einem Interview mit der BILD auf die Frage, wo die Milliarden bleiben: “Das Geld geht zu einem großen Teil in den Bundeshaushalt, nicht in den Straßenbau.”

Betrachten wir uns zunächst einmal die Zahlen – keine Angst, es kommen nur drei Werte. Im ersten Halbjahr 2011 nahm der Bund 4,56 Milliarden Euro an KFZ-Steuer ein, die Einnahmen aus der Energiesteuer (nur Benzin und Diesel) beliefen sich auf 12,27 Milliarden Euro. Der Haushaltsplan 2011 sieht für Verkehr 25,25 Milliarden Euro vor.

Ohne groß nachzurechnen lässt sich erkennen, dass die Einnahmen im Gesamtjahr über den Ausgaben liegen werden. Noch gar nicht eingerechnet sind die Einnahmen aus der LKW-Maut, die sich pro Jahr auf knapp unter fünf Milliarden Euro belaufen. Das bedeutet: Eigentlich zahlen die Autofahrer und Spediteure mehr als genug, um die deutschen Straßen (und vor allem die Autobahnen) gut in Schuss zu halten.

Steuereinnahmen zweckentfremdet

Das Problem liegt daher nicht auf der Einnahmen-, sondern auf der Ausgabenseite. In einem Interview mit der BILD sagte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) Anfang Oktober 2011: “Das Geld geht zu einem großen Teil in den Bundeshaushalt, nicht in den Straßenbau. Wenn eine Pkw-Maut kommt, muss sie deshalb 1:1 in meinen Etat fließen. Für modernere, lärmärmere und bestmöglich Instand gehaltene Straßen.”

Mit der Einführung einer PKW-Maut würde die Politik einen weiteren Schritt weg von der eigentlich viel gelobten Entbürokratisierung gehen. Denn die Abschaffung der KFZ-Steuer scheint mittlerweile vom Tisch. Autofahrer könnten eher mit einer reduzierten Mineralölsteuer entlastet werden. Da Ramsauer sich gerade auf eine Vignette festzulegen scheint, wie sie in Österreich seit einigen Jahren praktiziert wird, würden zum Jahresende beziehungsweise Jahresanfang Millionen Deutsche die Verkaufsstellen stürmen – und müssten bald feststellen, dass sie mehr bezahlen als früher. Denn die Entlastung bei der Mineralölsteuer könnte sehr schnell durch steigende Benzinpreise wieder aufgefressen werden.

Viel einfacher wäre es, eine PKW-Maut nur für ausländische Fahrzeuge einzuführen. Der Fahrer müsste vor Reiseantritt oder an einer grenznahen Raststätte eine Vignette kaufen und an der Windschutzscheibe anbringen. Der deutsche Autofahrer hingegen zahlt indirekt ohnehin schon Maut – über die KFZ- und Mineralölsteuer. Wenn die Politiker unbedingt der Meinung sind, Mehreinnahmen zu benötigen, dann sollten sie hier ansetzen. Eine Erhöhung der KFZ-Steuer für CO2-Sünder oder ein paar Cent mehr pro Liter Benzin wären sicherlich konsensfähiger als die Maut.

Aber, wie gesagt: Das Problem ist eigentlich nicht die Einnahmenseite…

Bild: Wilhelmine Wulff, Pixelio

ZDF_Frontal_620

Magazine und Talks: Es nervt nur noch…

Dienstag, 20. September, ZDF: Das Magazin Frontal 21 berichtet über den Papstbesuch in Deutschland, der kurz bevorsteht. Im Beitrag zu sehen: Ein Mann, der einst in einem katholischen Kolleg Missbrauchsopfer wurde.

Montag, 19. September, ARD: Hart aber fair mit Frank Plasberg beschäftigt sich ebenfalls mit dem Thema “Glaube” und thematisiert den Papstbesuch. Zu Gast: BAP-Sänger Wolfgang Niedecken, der ebenfalls eine katholische Bildung genoss und von einem Pater missbraucht wurde.

Gemeinsam war den beiden Sendungen ein unerträgliches Kirchen-Bashing – besonders ausgeprägt bei Herrn Plasberg. War doch der Missbrauchsskandal in den vergangenen Wochen und Monaten fast vollständig aus der Presse- und Medienlandschaft verschwunden (was ich nicht unbedingt gut heißen will), kommt nun im Rahmen des Papstbesuchs die doppelte Ladung. Und scheinbar fällt selbst den seriösen öffentlich-rechtlichen Fernsehstationen nichts besseres ein, als auf diesen Zug aufzuspringen beziehungsweise hier sogar voranzupreschen. Was hat der Missbrauchsskandal primär mit dem Papstbesuch zu tun? Freilich: Die Kirche hat zahlreiche Baustellen – es wäre aber schlimm, sie nur auf diese zu reduzieren. Demnach hatten die beiden Gäste bei Hart aber fair, die sich als Gläubige präsentierten und auch die guten Seiten der Kirche betonen wollten, einen äußerst schweren Stand – vor allem deshalb, weil andere gerne auf Menschen einschlagen, obwohl sie selbst die Toleranzschiene fahren und mit ihren Standpunkten respektiert werden möchten.

Nun aber noch ein ganz anderes Thema, das mich ähnlich aufregt. Die Energiewende mit dem Ausstieg aus der Atomkraft ist eines der Lieblingsthemen von Frontal 21. So tauchte das Thema auch gestern wieder auf, diesmal mit dem Aufhänger: “Wir könnten viel mehr Strom sparen, wenn wir modernisieren würden.” Dem stimme ich absolut zu, allerdings ist die Präsentation bei Frontal 21 zurzeit unter aller Kanone. Warum? Weil seit langem schon nur eine Sichtweise gezeigt wird. Weil alles richtig zu sein scheint, was mit grüner Energiewende zu tun hat. Es gibt demnach nur eine Wahrheit – und die andere(n) enthalten wir den Zuschauern.

Manchmal sehnt man sich dann schon nach dem “alten” Magazin Frontal – mit Hauser und Kienzle – wie man so schön sagt: Die Älteren werden sich erinnern…

Bild: ZDF Frontal 21

Samsung_Galaxy_Tab_10-1_620

Samsung Galaxy Tab 10.1 – eine Alternative weniger

Es war abzusehen. Nachdem Apple vor dem Düsseldorfer Landgericht eine einstweilige Verfügung gegen Samsung erreicht hatte und sogar aktuelle Tablet-Computer vom Messestand auf der IFA entfernen ließ, ist die nächste Entscheidung gefallen: Das Galaxy Tab 10.1 darf in Deutschland überhaupt nicht beworben und verkauft werden.

Eines ist Apple auf jeden Fall gelungen: Die Amerikaner haben einen der wichtigsten Konkurrenten in Deutschland vorerst platt gemacht. Das Galaxy Tab 10.1 gilt als DER Gegner für Apples iPad 2 und ist eines der wenigen Tablets, das dem iPad 2 das Wasser reichen kann. Viele Tablet-Interessenten werden sich daher entweder nach einem anderen Android-Tablet umschauen müssen oder doch zu einem iPad 2 greifen.

Spannend ist, dass Apple scheinbar Angst hat, Konkurrenz in diesem wichtigen Markt zu bekommen. Dabei ist das Galaxy Tab 10.1 meiner Meinung nach nicht der Rivale, den Apple fürchten müsste – auch wenn das Technikexperten und viele Medien so sehen. Denn das Tablet kann kaum mehr als das iPad 2, kostet ähnlich viel und lässt Highlights wie einen direkten HDMI-Anschluss oder einen Speicherkarten-Einschub vermissen. Es bleibt abzuwarten, wie Apple auf die Markteinführung anderer Produkte reagiert, etwa die des Sony Tablet S noch in diesem Monat.

Links: Apple iPad, oben Samsung Galaxy Tab 10.1.

Warum aber eigentlich das Verbot? Apple sieht ein Geschmacksmuster verletzt, das sich der Konzern 2004 hat schützen lassen. Die genaue Beschreibung eines solchen Tablets ist in sechs Punkte unterteilt:

(i) ein rechteckiges Produkt mit vier gleichmäßig abgerundeten Ecken
(ii) eine flache, klare Oberfläche, welche die Vorderseite des Produkts bedeckt
(iii) eine sichtbare Metalleinfassung um die flache, klare Oberfläche
(iv) ein Display, das unter der klaren Oberfläche zentriert ist
(v) unter der klaren Oberfläche deutliche, neutral gehaltene Begrenzungen auf allen Seiten des Displays
(vi) farbige Icons innerhalb des Displays, wenn das Produkt eingeschaltet ist

Diese Beschreibung trifft allerdings auf nahezu alle Tablets zu, zumindest in Auszügen. Auch Tablets von Asus, Acer, Sony und vielen weiteren Herstellern verfügen über eine “flache, klare Oberfläche” an der Vorderseite. Unverständlich ist, warum Apple dieses Geschmacksmuster überhaupt schützen lassen konnte – die Beschreibung ist auf jeden Fall sehr allgemein gehalten. Zeit für das Gericht, sich hier der Zeit anzupassen. Das wird aber auf jeden Fall noch dauern: Vor Mitte 2012 ist nicht mit der abschließenden Verhandlung zu rechnen. Bis dahin ist Samsung größtenteils raus aus dem deutschen Tablet-Markt.

Nachdem das HP Touchpad erst einmal gestorben ist, nun also das Galaxy Tab 10.1 (zumindest bei uns in Deutschland). Klar: Importieren kann man es sicher ganz leicht, aber dennoch: Viele Kunden (und vor allem der viel erwähnte “Otto Normalverbraucher”) schrecken vor solchen Initiativen zurück.

Ich bleibe weiter dran, das ultimative Tablet für mich zu finden…

Fotos: Apple, Samsung

Drei_Musketiere_620

UPDATE: Die drei Musketiere – Vorahnung: Das wird nix!

Seit Donnerstag läuft eine Neuverfilmung (die wie vielte ist das eigentlich?!?) von “Die drei Musketiere” in unseren Kinos. Eigentlich würde ich mir einen solchen Film ja nicht anschauen – diesmal aber ist das etwas anderes: Er wurde zu Teilen in den fränkischen Städten Bamberg und Würzburg gedreht. Also mal schauen, ob wir bekannte Orte entdecken.

Aus ähnlichen Gründen war ich vor anderthalb Wochen schon in “Resturlaub”, selten hat mich ein Film derart amüsiert (siehe meine Kritik). Ich befürchte, dass mich “Die drei Musketiere” auch amüsieren wird – allerdings eher aus anderen Gründen. Eigentlich sollte man vor einem Kinobesuch nicht allzu viele Kritiken lesen, schon oft war ich nach dem Film auch ganz anderer Meinung als die Kritiker (siehe: “Resturlaub”).

Diesmal allerdings wird das mit hoher Wahrscheinlichkeit anders sein. Am häufigsten habe ich bisher gehört: Falsche Besetzung in Sachen Regie. Und da könnte die Kritikergemeinde nicht einmal Unrecht haben. Paul W.S. Anderson machte sich bisher nur mit Verfilmungen des Computerspiels “Resident Evil” einen Namen, auch der total misslungene “Alien vs. Predator” geht auf seine Kappe. Das sind wahrlich düstere Aussichten.

Zur Einstimmung empfehle ich die Filmkritik von Marius Joa. Meine eigene Meinung ergänze ich dann nach dem Kinobesuch hier…

Tja. Mittlerweile ist der Kinoabend Vergangenheit – und viel geblieben ist nicht. Meine Meinung deckt sich im Endeffekt mit der in der oben bereits verlinkten Filmkritik. “Die drei Musketiere” ist insgesamt zu belanglos, die Figuren entwickeln sich nicht und der Humor einfach zu platt. Alle bisherigen Musketier-Filme, die ich gesehen habe, waren zwar auch auf ihre Art witzig. Diesmal hat mir der Humor aber überhaupt nicht gefallen. Denn Regisseur Anderson scheint vollkommen vergessen zu haben, dass sein Film nicht in der heutigen Zeit, sondern vor mehreren hundert Jahren spielt.

Daher: Das Beste sind wirklich die Schauplätze, auch wenn tricktechnisch ordentlich nachbearbeitet wurde. Ansonsten ein Film zum schnell vergessen.

Foto: Constantin Film

HP_Touchpad_620

HP Touchpad tot – was nun?

Tja, das wars dann wohl. Kürzlich hat Hewlett Packard das Aus für den Tablet-PC “Touchpad” verkündet – eine große Fangemeinde war enttäuscht. Dabei ist dieser Schritt auch nachvollziehbar: Niemanden hat das Gerät interessiert.

Das klingt zwar hart und mir werden sicher viele widersprechen. Im Endeffekt ist das Touchpad aber gerade aus diesem Grund gescheitert. Welche Rolle HP-Chef Leo Apotheker dabei spielte, ist eine ganz andere Frage, die hier nicht diskutiert werden soll, das würde zu weit führen.

Fakt ist: Wer über Tablets redet, denkt ans iPad. Und wer sich heute ein Tablet kaufen will, kommt am iPad kaum vorbei. Zu ausgereift ist die Technik, zu flüssig das Betriebssystem, zu groß die Auswahl an Apps. Wer mich kennt wird aber wissen, dass ich mir mit Sicherheit kein iPad kaufen möchte. Nachdem webOS und das HP Touchpad nun tot sind, stellt sich die Frage: Was nun?

Interessant sind augenblicklich ohne Frage die Tablets von Samsung, insbesondere das Galaxy Tab 10.1 – auch wenn es laut einem Gerichtsbeschluss nach der Klage von Apple vorerst nicht mehr in Deutschland ausgeliefert werden darf. Eine andere Möglichkeit ist die nächst kleinere Geräteklasse mit dem gerade auf der Internationalen Funkausstellung in Berlin vorgestellten Galaxy 7.7 oder dem Galaxy Note, das sogar wieder über einen Bedienstift verfügen wird (ja, das kommt wieder…). Oder ein BlackBerry Playbook – dafür wäre aber ein BlackBerry-Smartphone nötig, um es sinnvoll nutzen zu können.

Meine Entscheidung wird sich wohl noch etwas aufschieben. Gerade hat auch mein Lieblingshersteller Sony auf der IFA seine beiden Tablets vorgestellt, bereits Ende September soll das Tablet S auf den Markt kommen. Vielleich wird das ja was.

Ich bleibe dran.

Foto: HP

Wählerhasser

Warum Politiker die Wähler hassen

Und wieder mal ein Lesetipp. Sie lästern gerne über Politiker? Sie sind skeptisch, ob “die da oben” auch das leisten, was sie sollen? Drehen wir den Spieß um: Die Politiker denken genauso über “ihr” Volk.

Nein, überraschend kommt diese Erkenntnis nicht. Schon Franz Josef Strauß war der Meinung: “Vox populi, vox Rindvieh!” Und so ist die politische Klasse nicht glücklich über die vielen basisdemokratischen Tendenzen wie Volksabstimmungen – und fühlt sich außerdem missverstanden. Ja, auch das gibt’s!

Sehr anschaulich erzählt Autor Nikolaus Blome über seine Erfahrungen, die er als Journalist über viele Jahre mit Politikern sammeln durfte. Er spürt Trends auf, wie zum Beispiel die Stagnation von Reformprozessen direkt nach Bundestagswahlen – obwohl vorher noch alle hoch motiviert waren.

Nicht nur für politisch Interessierte sehr lesenswert, sondern für alle, die wissen wollen, warum Politiker so sind, wie sie sind.

Interessiert? “Der kleine Wählerhasser: Was Politiker wirklich über die Bürger denken” bei Amazon bestellen…

Foto: Pantheon-Verlag, Buchcover

Ostereier

Ein paar Gedanken zu Ostern (und anderen Feiertagen)

Gerade ist Ostern – und das öffentliche Leben in Deutschland fährt für vier Tage zurück – oder sollte es zumindest. Karfreitag: Geschäfte geschlossen. Karsamstag: Ein Zwischenspurt und großer Trubel und Andrang überall. Ostersonntag und Ostermontag: Zeit zum Ausspannen und Ostereiersuche. Ein kontroverser Vorschlag zu Feiertagen…

Feiertage sind längst nicht mehr das, was sie einmal waren. Viele Menschen arbeiten – in ihrem Job oder privat, mähen Rasen, waschen Auto. Feiertagsruhe zählt nicht mehr.

Ohne die kirchlichen Feiertage blieben in Deutschland nicht viele freie Tage im Jahr übrig. Weihnachten: weg. Ostern: passé. Pfingsten: erledigt. Und noch einige andere Feiertage wären nicht vorhanden. Gesetzliche Feiertage wie der 1. Mai oder der Tag der Deutschen Einheit sind rar gesät – und für die Arbeitnehmer blieben wenige freie Tage, abgesehen vom eigenen Urlaub, übrig.

Kein Feiertag-Automatismus

Ja, die vielen Feiertage sind unserer christlichen Kultur zu verdanken. Auch Nicht-Christen, Atheisten und damit Nicht-Zahler der Kirchensteuer profitieren von ihnen. Daher ein kontroverser Vorschlag: Wie wäre es, wenn alle Kirchensteuerzahler automatisch die kirchlichen Feiertage frei hätten (wie es ja bisher auch ist), alle Nicht-Zahler allerdings müssen unbezahlte Urlaubstage nehmen. Klar: Zu mehr Kirchgängern würde diese Maßnahme nicht führen, mit Sicherheit aber zu mehr Zahlern, die damit nicht nur die Institution Kirche, sondern vor allem soziale Projekte, Kindergärten und Altenheime und damit die gesamte Gesellschaft unterstützen würden.

In Gesellschaft und Politik brauchen wir heute neue Ideen, wir müssen umdenken. Dieser Vorschlag könnte ein solcher sein.

Foto: Pixelio Grey59

Untergang_Islam_620

Wie sich die islamischen Länder ihr Grab schaufeln

Der Islam: rückwärtsgewandt und unfähig zur Reform Aus der Misere der islamischen Staaten erwächst eine globale Gefahr. Eine innovationsfeindliche Kultur, eine rapide wachsende, dabei arme und unterdrückte Bevölkerung, zur Neige gehende Erdölvorkommen und klimatische Probleme ergeben ein explosives Gemisch. Der deutsch-ägyptische Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad zeichnet ein düsteres Bild vom Zustand und der Zukunft der islamischen Kultur und wagt eine scharfe, zwingende Prognose für deren Zukunft: Die islamischen Staaten werden zerfallen, der Islam wird als politische und gesellschaftliche Idee, er wird als Kultur untergehen. Die islamischen Länder eint ein Glaube, aus dem sie ein seit Jahrhunderten überholtes Menschen- und Gesellschaftsbild ableiten. Ungeheure kreative und geistige Ressourcen können deshalb nicht genutzt werden. Die politische, wirtschaftliche und soziale Misere der Staaten wird konsequent als Ergebnis »der feindlichen Politik des Westens« gedeutet. Jeder Versuch der Veränderung wird von der islamischen Orthodoxie und der Machtbesessenheit der Herrschenden erstickt. Bildung und Religion beschränken sich darauf, zu Gehorsam gegenüber den herrschenden Regimes zu erziehen Die Perspektiven für die Länder von Marokko bis Indonesien sind bedrohlich, da die Mischung aus einer innovationsfeindlicher Kultur, einer rapide wachsenden, armen Bevölkerung, zur Neige gehender Erdölvorkommen und dramatischer klimatischer Veränderungen ein hochexplosives Gemisch ergeben.

Diese Kurzbeschreibung zu Hamed Abdel-Samads Sachbuch “Der Untergang der islamischen Welt – Eine Prognose” findet sich bei Amazon.de, und trifft die Kerninhalte des Buches genau. Selten habe ich ein solch interessantes und gut geschriebenes Buch gelesen.

Vor der Lektüre beschäftigt den Leser die Frage: Ist der Islam nicht gerade im Kommen? Äußern die europäischen Staaten nicht gerade die Angst, dass ihre eigene Kultur untergehen könnte? Dass eine andere geradezu übermächtig zu sein scheint? Oswald Spenglers “Der Untergang des Abendlandes” lässt grüßen.

Hamed Abdel-Samad sieht das anders. Seiner Meinung nach funktioniert das System in den islamischen Staaten schon seit vielen Jahrhunderten nicht mehr. Bisher war das scheinbar kein Problem, in Zeiten von sozialen Netzwerken, Technisierung und Globalisierung erfahren die Menschen dort aber immer mehr, was sie alles nicht haben. “Wenn in Ägypten eine Brücke gebaut werden soll, müssen Ingenieure aus dem Ausland eingeflogen werden. Wenn ein Saudi operiert werden muss, reist er nach München, London oder Wien, vorausgesetzt er kann es sich leisten”, schreibt Henryk M. Broder in der Tageszeitung Die Welt vom 15. April. Eine ähnliche Einordnung findet sich auch bei Abdel-Samad.

Wen kulturelle Zerwürfnisse, aufkeimende Revolutionen in arabischen Staaten und die Zukunft unserer Gesellschaft interessieren, der sollte dieses Sachbuch unbedingt lesen!

Interessiert? “Der Untergang der islamischen Welt” bei Amazon bestellen…

Powered by WordPress | Designed by: buy backlinks | Thanks to Ventzke & Partner, internet marketing and House Plans
Directory powered by Business Directory Plugin